Entscheidungen im Rampenlicht


Jenseits von "Ja-Nein"-Entscheidungen

Von Richard Worzel

Bei der Entscheidungsfindung geht es ausschließlich darum, die besten Handlungsmöglichkeiten zu wählen. Da die Zukunft von Natur aus selbst für professionelle Futurologen unvorhersehbar ist, ist es oft effektiver, Optionen auf der Grundlage einer Reihe möglicher Szenarien statt in einem einfachen "Ja-Nein"-Format zu schaffen.

Lassen Sie mich ein Beispiel anführen.

Ich wurde von einem Logistikunternehmen damit beauftragt, bei der Entwicklung zukünftiger Produkte und Leistungsangebote mitzuwirken. Da das Unternehmen für die Finanzdienstleistungsbranche tätig war, versammelten wir seine Frontline-Mitarbeiter zu einer Art Workshop, bei dem wir uns mit der Frage befassten, wie sich die Finanzdienstleistungsbranche über die nächsten 5 bis 10 Jahre verändern könnte.

Die Hauptfaktoren für Veränderungen

Wir benutzten bewährte Szenarioplanungstools, um die Hauptfaktoren für Veränderungen zu identifizieren, die sich auf die Branche auswirken. Dies half uns dabei, die wahrscheinlichsten zukünftigen Szenarien zu beschreiben.

Anschließend definierten wir innerhalb jedes Szenarios, welcher Wettbewerbsdruck und welche Bedürfnisse auf die Finanzunternehmen zukommen würden und welche Produkte mein Kunde anbieten könnte, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Nachdem wir dies für die wahrscheinlichsten Szenarien getan hatten, konnten wir die Palette der möglichen Handlungsoptionen in drei Kategorien unterteilen:

  • Auf jeden Fall notwendig: Manche Bedürfnisse entstehen unabhängig von den zukünftigen Entwicklungen. So wird die Bevölkerung zum Beispiel in jedem vernünftigen Szenario weiterhin altern, und dies wird sich darauf auswirken, welche Dienstleistungen die Finanzbranche anbieten muss - und zwar unabhängig davon, was die Zukunft sonst noch bringt. Wir setzten alle potenziellen Maßnahmen, die in allen Szenarien wertvoll wären, auf eine Liste zur "sofortigen Umsetzung".
  • Wahrscheinlich nützlich: Manche Maßnahmen wären in den meisten, jedoch nicht in allen möglichen Zukunftsszenarien nützlich. So ist die Entwicklung von Super-Premium-Angeboten zum Beispiel auf jeden Fall für die Finanzbranche wichtig, es sei denn, die Wirtschaft erlebt eine anhaltende Flaute. Dementsprechend wurden auf dieses Premium-Marktsegment zugeschnittene Maßnahmen konzipiert und initiiert, es wurde jedoch sorgfältig darauf geachtet, dass die Wirtschaft nicht entgleist. Wenn dies geschehen sollte, würden die Aktivitäten auf diesem Gebiet schnell eingeschränkt.
  • Könnte nützlich sein: Manche Maßnahmen wären in ein paar Szenarien nützlich, nicht jedoch in anderen. In diesen Fällen wurden Eventualpläne skizziert, jedoch nicht vollständig ausgearbeitet, die umgesetzt werden können, wenn zukünftige Entwicklungen ihre Nützlichkeit bestätigen. Mit diesen Eventualplänen kann mein Kunde schnell und gut reagieren, wenn ein weniger wahrscheinliches oder überraschendes Szenario eintritt.

Meiden Sie lineare Prognosen

Indem sie eine einfache lineare Vorhersage der Zukunft vermieden, konnten meine Kunden vorwegnehmen, wo ihre Kunden sich zukünftig befinden werden, und die benötigten Angebote rechtzeitig bereit haben.

Die Zukunft wird uns alle überraschen. Ereignisse wie die Terroranschläge von 2001, die SARS-Epidemie von 2003 und Hurrikan Katrina haben dies bewiesen. Diejenigen, die sich am schnellsten erholen und am konstruktivsten reagieren können, werden am besten abschneiden. Jenseits von "Ja-Nein"-Entscheidungen erhalten Sie mehr Optionen und eine schnellere und leistungsstärkere Entscheidungsfindung.

Richard WorzelÜber den Verfasser:

Richard Worzel ist einer der führenden Futurologen und strategischen Planer Nordamerikas sowie ein qualifizierter Finanzanalyst und Autor von sechs Bestsellern. Er hat vor mehr als einer Viertelmillion Führungskräften, Vertriebs- und Marketingleuten darüber gesprochen, wie Unternehmen sich mit einem Arsenal aus Innovation, Veränderung und Unsicherheit als strategische Waffen auf die Zukunft vorbereiten können.

Zu den Kunden, für die Richard in letzter Zeit tätig war, gehören IBM, Standard Life, Investors Group, MacLean Hunter Publishing, Xerox, Merrill Lynch, 3Com, Mackenzie Financial und AIM Funds.



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Wichtige Zahlen

75%

Prozent der Unternehmen sagen, ihr Change Management ist formlos, spontan oder improvisiert.

– Quelle: The Enterprise of the Future, IBM Global CEO Study, 2008

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