Die hohe Komplexität des DRG-Systems wird mit Cognos und c.a.r.u.s einfach und anschaulich
Der Lehrstuhl für Medizinische Informatik an der Universität Erlangen, geleitet von Prof. Hans-Ulrich Prokosch, evaluiert zur Zeit die Möglichkeiten eines auf "Diagnosis Related Groups" (DRG) fußenden Berichtswesens, das zu einer effizienteren Krankenhaussteuerung führen könnte. Im Rahmen dieses Projektes wird das Krankenhaus- und Medizin-Controlling der Universitätsklinik Erlangen mittels cMIC (c.a.r.u.s Management Information Cube) der c.a.r.u.s HMS GmbH, Norderstedt, gesteuert. cMIC seinerseits basiert auf den Cognos Data Warehouse-Technologien.
Die Universitätsklinik Erlangen verzeichnet nach derzeitigem Stand pro Jahr rund 54.150 Behandlungen bei 1.570 Betten, 732 Ärzten, 1.470 Mitarbeitern im Pflegepersonal, 28 bettenführenden Hauptabteilungen, einem Herzzentrum, einer Kopfklinik (Zentrum), einem Transplantationszentrum (Herz, Lunge, Nieren, Leber) sowie einer Vielzahl von Ambulanzen und Sprechstunden.
"Die Steuerung eines Krankenhauses unter Berücksichtigung des auf den DRG basierenden Krankenhausentgeltsystems bedeutet eine grundlegende Umwälzung in den klinischen und administrativen Bereichen eines Krankenhauses. Die hohe Komplexität dieses neuen Abrechnungssystems bedarf zwingend der Bewältigung durch eine geeignete, informationstechnische Hilfestellung. Die Lösung führt über ein Berichtswesen, in dem die Vielzahl von Kennzahlen und Bezugssystemen gemäß allen gesetzlichen Bestimmungen und sehr flexibel nach wechselnden medizinischen wie wirtschaftlichen Betrachtungsweisen miteinander verknüpft werden können. Erst auf der Grundlage eines solchen Berichtswesens kann ein Krankenhaus unter DRG-Bedingungen seine strategischen Entscheidungen fundiert untermauern. In einem solchen Prozess muss im Krankenhaus eine völlig neue Kultur der zielgruppenbezogenen Verteilung von Berichten über ein zentrales Berichtsportal etabliert werden. Die flexible, dynamische Variation von Auswertungen auf der Basis einmal erstellter OLAP-Würfel unterstützt zusätzlich die interaktive Beantwortung von Fragestellungen im Dialog zwischen Klinikern, Medizin-Controllern und Krankenhausmanagement zur zielgerichteten Optimierung des klinischen Leistungsspektrums", konstatiert Prof. Prokosch.
Vor diesem Hintergrund lässt sich eine besondere Dienstleistung ermessen, die c.a.r.u.s mit dem Einsatz von cMIC verknüpft: Alle Änderungen von Gesetzen und Verordnungen werden laufend in das System eingepflegt und bei dessen Nutzung automatisch wirksam. Die Verwendung der Standard-Technologie von Cognos bietet c.a.r.u.s. die entsprechende Flexibilität und gewährleistet vollständige Transparenz bei allen Data Warehouse-Modellen im Universitätsklinikum.
Die DRG-Problematik
Das im Zuge der Gesundheitsreform den Krankenhäusern vorgeschriebene DRG-System stellt die Abrechnung gegenüber den Krankenkassen auf eine völlig veränderte Grundlage. Bisher waren Verweildauer und Behandlungen in das Ermessen der Ärzte gegeben. Diese Leistungen wurden in Rechnung gestellt - ein unkompliziertes Verfahren. Heute löst eine Diagnose eine bestimmte DRG, eine diagnose-bezogene Gruppe aus, gemäß der eine Fallpauschale gezahlt wird. Die Komplexität rührt daher, dass es erstens oft nicht bei einer einzigen Diagnose bleibt, und zweitens, dass während des Aufenthalts eines Patienten bis zuletzt neue Krankheitsbilder diagnostiziert werden können. Im Einzelfall geht es möglicherweise um zehn oder zwanzig Diagnosen, aus denen sich - wechselnd während seines Aufenthaltes - die Einordnung in die jeweilige Diagnose-Gruppen ergibt. Um finanzielle Einbußen zu vermeiden, muss eine Krankenhausverwaltung z.B. laufend zwischen Patienten optimieren, die länger verweilen müssen, und solchen, die früher entlassen werden können. Da ein statistischer Ausgleich um so wahrscheinlicher wird, je mehr Fälle im Laufe des Jahres im Rahmen einer Diagnose-Gruppe oder in einer der übergeordneten MDC (Major Diagnostic Categories) behandelt werden, bietet sich u.U. die Konzentration auf ausgesuchte diagnostische Bereiche an.
Dies sind Beispiele, die zeigen, dass die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses unter den neuen Bedingungen von einer Strategie abhängt, die anhand des Verlaufs aller Fälle sorgfältig geplant und ständig überwacht wird. Dafür ist, wie Professor Prokosch darlegt, ein effizientes Berichtswesen unerlässlich. Doch der Versuch, die Aufgabe mit herkömmlichen Methoden, z.B. mit Tabellenkalkulation und Textverarbeitung zu erfüllen und dabei die Beteiligten mit überbordender Vollständigkeit einzudecken, würde ein Problem ins Extrem treiben, das sich in der Alltagspraxis bereits abzeichnet: Noch mehr Arbeitsüberlastung des Krankenhauspersonals und daraus entstehend noch mehr Kosten. Abgesehen davon wären die großen Datenmengen aus vielfältigen und untereinander nicht kompatiblen Quellsystemen auf solch konventionelle Weise technisch kaum zu bewältigen.
Die Lösung
cMIC liefert Berichte, die genau auf die jeweilige Problemstellung zugeschnitten sind und somit die Unübersichtlichkeit vermeiden, die sonst so leicht zu Zeitverlusten und Irrtümern führt. Bemerkenswert ist auch die kurze Einführungszeit von cMIC: Laut c.a.r.u.s beträgt sie nur rund 14 Tage. Im Rahmen der Cognos-Technologie können nämlich alle Nachfragekriterien im System automatisch vorgefertigt und abrufbereit gehalten werden: mit allen ihren Aggregations- oder Detallierungsstufen und in jeder für die Arbeitsbereiche benötigten Berichtsform. Das Extrahieren, das Transformieren und das ständige, aktuelle Neu-Laden der Quelldaten wird mithilfe des außerordentlich schnellen ETL-Werkzeugs Cognos DecisionStream™ durchgeführt. Alle Lade- und Verarbeitungsprozesse sind auf Basis dieses Werkzeugs graphisch dokumentiert - um so die Transparenz für die Anwender zu gewährleisten. Aufgrund dieser Basistechnologie kann die Universitätsklinik Erweiterungen vornehmen und verringert damit die Abhängigkeit von Beratungsunternehmen.
Die wichtigsten Berichte betreffen nach Dr. Manfred Ramme, Produktmanager von c.a.r.u.s Health, die folgenden Bereiche: Mengensteuerung, Verweildauer, Bettensteuerung, Kosten- und Effizienzsteuerung. "Wenn ein Nutzer seine Anforderungen ändert oder erweitert, kann ein Controller innerhalb weniger Sekunden eine Modifikation erstellen", berichtet Dr. Ramme. Und weiter: "Beim Entstehen von Verbünden oder Fusionen unter Krankenhäusern kommt der Fähigkeit des Systems, ein Leistungsportfolio mittels wechselnder Szenarien zu optimieren, besondere Bedeutung zu. So werden beispielsweise Fragen wie diese beantwortet: Welche Verschiebung des Leistungsspektrums würde zu welchen Erlös- und Kostenveränderungen führen? Welche Risiken sind damit verbunden?"
Dr. Ramme abschließend: "Die Anpassung an die DRG-Anforderungen führt zwangsläufig zu mehr Transparenz. Die Leistungserbringung im klinischen Bereich wird direkt vergleichbar." |